Achtsamer Achter

Projektzeitraum: 1. September 2019–28. Februar 2022

Ein gutes Leben bis zuletzt führen, am Alltag teilhaben können, trotz hohem Alter, Gebrechlichkeit oder schwerer Krankheit Sinnstiftung erfahren, sich von Sicherheit gebenden Beziehungen getragen fühlen – all das sind Wünsche und Vorstellungen, die von den meisten Menschen geteilt werden. Im 8. Wiener Gemeindebezirk wird diese Vision verwirklicht. Im Achtsamen Achten gestalten die Bürger*innen, Unternehmen, Schulen, Hilfsorganisationen und der Bezirk die Josefstadt zu einem für alle lebenswerten Lebensort.

Manche Lebenslagen und Sorgesituationen erschweren die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben. Das betrifft vor allem Menschen, die mit einer chronischen oder schweren Krankheit leben, einsame, hochaltrige und gebrechliche Menschen, Menschen mit Demenz, pflegende An- und Zugehörige und trauernde Menschen. Vereinsamung, soziale Isolation, Scham, vielfache Verlusterfahrungen und häufig Mobilitätseinschränkungen erschweren den Lebensalltag. In der Folge führen die daraus resultierenden negativen sozialen und psychischen Auswirkungen zu noch mehr Belastung und Erkrankungen. In der Wiener Josefstadt fördern der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) und die Wiener Gesundheitsförderung (WIG) das Entstehen einer achtsamen Nachbarschaft mit besonderem Fokus auf alte Menschen und Demenz-Betroffene und deren Umfeld.

Was und Warum?

Der Achtsame 8. versteht sich als ein Beitrag zu einer Sorgekultur der wechselseitigen Achtsamkeit und zu einem guten und gesunden Leben (bis zuletzt) in der Wiener Josefstadt. Bürger*innen unterschiedlichen Alters und verschiedener sozialer und kultureller Herkunft, ehrenamtlich wie hauptamtlich Engagierte gestalten gemeinsam das soziale Leben im 8. Bezirk. Insbesondere Menschen, deren soziale und kulturelle Teilhabe und Mobilität aufgrund einer Hochaltrigkeit, Demenz oder anderer Gründe erschwert sind, werden in ein soziales Miteinander integriert. Vorurteile bzw. eindimensionale Bilder über Alter, Demenz und andere und anderes werden abgebaut, neue Sorgebeziehungen und -netze sollen angeregt werden.

Wie?

In einem offenen Prozess breiter Bürger*innen-Beteiligung werden bereits vorhandene Sorge- und Hilfeinitiativen in der Josefstadt beteiligt, gewürdigt und besser sichtbar gemacht, Neues, noch Fehlendes wird kooperativ entstehen: Begegnungsorte der Generationen, Orte des Erzählens und Zuhörens, Beratungs- und Mobilitätsangebote u.v.m.

In Workshops, über Medien und andere Formaten werden die Menschen und Institutionen im Bezirk, die für einen Achtsamen 8. Sorge tragen wollen, miteinander vernetzt und in Beziehung gesetzt. Menschen und Institutionen im Bezirk, ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe und professionelle Unterstützung rücken zusammen, um eine Haltung, Aktivitäten sowie Strukturen und Beziehungen der Achtsamkeit und Sorge füreinander über das Projektende hinaus zu etablieren. Das gesamte Projekt wird wissenschaftlich begleitet.

Wer?

Der „Achtsamer 8.“ wurde vom Verein Sorgenetz initiiert. Er agiert im „Achtsamen 8.“ in enger Kooperation mit der Bezirksvorstehung der Josefstadt, in Abstimmung mit dem Wiener Seniorenbeirat und beraten von der Abteilung Public Care/Universität Graz. Schon vor offiziellem Projektbeginn konnten zahlreiche Institutionen, die im 8. Bezirk beheimatet sind, für eine Mitwirkung gewonnen werden, u.a. Caritas, Agenda 21, Musisches Zentrum Wien, Volkskundemuseum, Hilfswerk, Bildungsakademie sowie eine Volksschule und AHS-Schüler*innen. Auch Vertreter*innen des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Wien werden teilnehmen.

Alle Josefstädter*innen sind eingeladen, den Achtsamen Achten gemeinsam zu gestalten.

KONTAKT

Wissenschaftliche Projektleitung:
Mag. Dr. Gert Dressel, dressel@sorgenetz.at

Lokale Leitung und Projektkoordination:
Mag.Daniela Martos, mobil: 0676 9725447, martos@sorgenetz.at

Projektberatung:
Assoc. Prof. Mag. Dr. Klaus Wegleitner, klaus.wegleitner@uni-graz.at