«Das Erzählcafé auf dem Prüfstand. Erfahrungen, Gelingensbedingungen und Stolpersteine»

Projektzeitraum: 2019 bis 2021

Seit den 1980er Jahren haben sich im deutschsprachigen Raum Orte etabliert, an denen persönliche Erfahrungen und Geschichten erzählt und gehört werden: Erzählcafés, lebensgeschichtliche Gesprächskreise oder Biografiegruppen. Senior*innen, aber ebenso Angehörige jüngerer Generationen, Menschen unterschiedlicher sozialer, kultureller und nationaler Herkunft nehmen daran teil. Initiiert werden diese Dialoge von haupt- und ehrenamtlich engagierten Personen aus verschiedenen Bereichen, die an den Erfahrungen von Menschen interessiert sind: u.a. aus der Sozialen Arbeit, Quartiersarbeit und SeniorInnenarbeit, aus Erwachsenenbildung, Kulturarbeit und der Geschichtsforschung, aus Public Health, Pflege, Hospiz und Palliative Care.

Die professionellen Hintergründe mögen unterschiedlich sein, ebenso die Zielgruppen und die Intentionen. Doch im konkreten Tun passiert Ähnliches: Moderator*innen gestalten einen dialogischen Raum, in dem nicht die «eine Wahrheit» durch Diskussion gesucht wird. Vielmehr wird den verschiedenen Erfahrungen von unterschiedlichen Menschen aufmerksam zugehört. Damit erhalten diese einen akzeptierten Platz, und zwischen den Beteiligten entsteht Kontakt und Vertrauen.

Wer und was?

Initiator*innen, Moderator*innen und Teilnehmer*innen von Erzählcafés aus der Schweiz, Österreich und Deutschland möchten gemeinsam mit Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen:

  • sichtbar machen, welche Spielarten von Erzählcafés und ähnlichen Formaten es in der Schweiz, Österreich und Deutschland gibt,
  • aufzeigen, welche Erfahrungen die Beteiligten, insbesondere Teilnehmer*innen und Moderator*innen, von solchen Erzählrunden gemacht haben,
  • analysieren, welche (Aus-)Wirkungen Erzählcafés, Gesprächskreise und Biografiegruppen haben.

Für wen und wie?

Menschen, die Erzählcafés moderieren und organisieren wollen (oder dies bereits tun), soll eine Reflexion und Orientierung zur Verfügung gestellt werden – und ermutigt werden, es (weiterhin) zu tun. Zugleich soll das Erzählcafé (und ähnliche Formate) als Methode mit einem geschärften theoretischen Profil auch in wissenschaftlichen und professionellen Communitys vorgestellt werden.

Die Ergebnisse werden im Jahr 2021 u.a. auf der Website des Erzählcafé Netzwerks Schweiz und in einem Buch zugänglich gemacht

Das partizipativ und interdisziplinär angelegte Forschungs- und Publikationsprojekt ist eine Kooperation des Netzwerks Erzählcafé Schweiz , getragen vom Migros-Kulturprozent und dem Institut Integration und Partizipation an der Hochschule für Soziale Arbeit/FHNW, mit der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen an der Universität Wien und dem Verein Sorgenetz.

Kontakt (Herausgeber*innen):

Dr. Gert Dressel, Verein Sorgenetz sowie Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen an der Universität Wien: gert.dressel@univie.ac.at

Prof. lic. phil. Johanna Kohn, Fachhochschule der Nordwestschweiz, Institut Integration und Partizipation: johanna.kohn@fhnw.ch

Dr.in Jessica Schnelle, Erzählcafé Netzwerk Schweiz, Migros-Kulturprozent, Abteilung Soziales: jessica.schnelle@mgb.ch

Weitere Informationen unter: https://www.netzwerk-erzaehlcafe.ch/publikationsprojekt/